Bitte aufstehen – Anteil der Steh-Sitz-Arbeitsplätze nimmt zu

Forsa-Umfrage belegt: Die Anzahl der Sitz-Steh-Arbeitstische hat sich in den letzten vier bis fünf Jahren verdoppelt.

Wiesbaden, 12. Juni 2015  – Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag des Verbandes der Büroeinrichtunshersteller beleuchtet den Status Quo der Ausstattungen von Büroräumen. Ein Ergebnis lautet: Erst jeder vierte Arbeitnehmer hat gute Chancen, dem Bewegungsmangel während der Büroarbeit zu entgehen.

Bewegungsmangel gehört zu den größten Gesundheitsrisiken der Büroarbeit. Er ist nicht nur eine häufige Ursache von Rücken- und Nackenschmerzen, wer ohne Unterbrechung starr vor seinem Bildschirm sitzt erhöht zudem die Gefahr an Herz-Kreislaufstörungen oder Diabetes zu erkranken. Viele Arbeitgeber bieten ihren Beschäftigten daher firmeninterne Sportprogramme an oder unterstützen den Gang ins Fitnessstudio. Arbeitsmediziner empfehlen jedoch, sich schon während der Arbeit am Schreibtisch regelmäßig zu bewegen. Die Faustformel dafür lautet: 60 Prozent der Arbeitszeit Sitzen, 30 Prozent Stehen und 10 Prozent Gehen.

Hinweis

Derzeit arbeiten laut einer aktuellen Forsa-Umfrage 25 Prozent aller Beschäftigten im Bürobereich an solchen „Sitz-Steh-Arbeitstischen“.

Um dies zu erreichen, bemühen sich die Büroeinrichter seit langem, mehr Bewegung in die Büros zu bringen, beispielsweise mit Schreibtischen, die sich per Knopfdruck von einer Sitz- auf eine Stehhöhe verstellen lassen. Derzeit arbeiten laut einer aktuellen Forsa-Umfrage 25 Prozent aller Beschäftigten im Bürobereich an solchen „Sitz-Steh-Arbeitstischen“. Im europäischen Vergleich liegt die Ausstattung deutscher Arbeitsplätze damit im Mittelfeld. Spitzenreiter bei der Ausstattung mit Sitz-Steh-Arbeitstischen sind die Skandinavischen Länder. Dort sind Arbeitgeber teilweise gesetzlich verpflichtet, ihre Büros mit höhenverstellbaren Schreibtischen auszustatten.

Davon kann die Mehrzahl der Beschäftigten in Deutschland nur träumen. Dennoch sieht Hendrik Hund, Vorsitzender des Branchenverbands Büro-, Sitz- und Objektmöbel (bso), in der jetzt ermittelten Zahl die Bestätigung einer positiven Entwicklung. „Noch vor vier Jahren lag der Anteil der Sitz-Steh-Arbeitstische in Deutschland bei gerade einmal zwölf Prozent. Die Verdoppelung ist daher ein erster Erfolg.“ Dennoch, so seine Einschätzung, gebe es noch einiges zu tun. Insbesondere weil 42 Prozent aller Beschäftigten im Bürobereich nach wie vor gar keine Möglichkeit haben, gelegentlich im Stehen zu arbeiten. Weitere 32 Prozent müssen sich mit separaten Stehtischen, Containern und Schränken in Stehhöhe behelfen.

Ein vollwertiger Ersatz für einen höhenverstellbaren Schreibtisch sind diese Möbel gemäß einer Untersuchung des Fraunhofer Institut für Arbeitswirtchaft und Organisation (IAO) nicht, eher schon eine sinnvolle Ergänzung, beispielsweise als Anlaufstelle für kurze Besprechungen im Stehen. „Sitz-Steh-Arbeitstische haben den großen Vorteil, dass mit der Arbeitsfläche auch gleich alle Unterlagen, der Bildschirm und die Tastatur auf Stehhöhe gebracht werden können. Deshalb können an ihnen deutlich mehr Arbeiten im Stehen verrichtet werden als an einem separaten Stehpult“, erläutert Hendrik Hund das Ergebnis. Für Bewegungsmuffel gebe es zudem die Möglichkeit, die höhenverstellbaren Tische mit dem Computer zu verbinden. Wer zu lange sitzt, erhält dann auf seinem Bildschirm den Hinweis „Bitte aufzustehen“.

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Die Forsa-Umfrage wurde im Mai 2015 auf Initiative des Verband Büro-, Sitz- und Objektmöbel (bso) durchgeführt. Weitere Fragen widmen sich der ergonomischen Qualität von Bürostühlen und der Belästigung durch Lärm am Arbeitsplatz. Der bso vertritt die allgemeinen, fachlichen und wirtschaftlichen Interessen der deutschen Büromöbelindustrie auf nationaler und internationaler Ebene. Seine Mitgliedern repräsentieren einen Marktanteil von rund 80 bis 85 Prozent. Er ist Initiator der NEW WORK ORDER-Studie und der QUALITY OFFICE-Zertifizierungen.